Archive for the ‘Betriebssysteme’ Category

Ein erster Blick auf Windows 7

Mittwoch, Oktober 29th, 2008

Neue Taskleiste und bessere Hardwareverwaltung

Microsoft hat erstmals einen Einblick in die kommende Windows-Version gestattet. Windows 7 wird eine veränderte Taskleiste, eine bessere Hardwareverwaltung sowie erweiterte Heimnetzwerkfunktionen erhalten. Der Internet Explorer 8 wird Bestandteil von Windows und in zahlreichen Windows-Programmen wird sich die Ribbon-Oberfläche finden.

Auf Microsofts Professional Developer Conference (PDC) in Los Angeles sind die wesentlichen Neuerungen von Windows 7 vorgestellt worden. Bislang hatte sich Microsoft mit Details zum Vista-Nachfolger zurückgehalten. Teilnehmer der Veranstaltung erhalten nun die Vorabversion von Windows 7 und können sich einen Eindruck des neuen Betriebssystems verschaffenDie überarbeitete Taskleiste von Windows 7 zeigt laufende Programme als kleine Icons, so dass die einzelnen Einträge weniger Platz einnehmen. Ruht der Mauspfeil auf dem Icon, erscheinen Minibilder aller offenen Fenster der Applikation, um leicht das gesuchte Fenster zu finden. Fährt der Nutzer mit der Maus auf das Minibild, erscheint dieses im Vollformat. Als weitere kleine Revolution können die einzelnen Einträge in der Taskleiste nach Belieben umsortiert werden. Wenig überraschend wird der Internet Explorer 8 Bestandteil von Windows 7 sein. Bei der Fenstervorschau werden auch die Tabs innerhalb einer Internet-Explorer-Instanz berücksichtigt. Bei vielen offenen Browsertabs leidet dabei allerdings die Übersicht.

Zu jedem Taskeintrag können mittels Kontextmenü die zuletzt damit geöffneten Dateien aufgerufen werden. Über die Taskleiste lässt sich außerdem bequem eine Liste mit allen zuletzt aufgerufenen Applikationen öffnen, so dass oft benutzte Applikationen schnell zu erreichen sind. Als weitere Änderung erhielt der Tray-Bereich mehr Konfigurationsmöglichkeiten. So können etwa Warnhinweise unterdrückt werden, damit sie den Arbeitsfluss nicht stören. Auch die Einträge im Tray-Bereich können nun umsortiert werden.

Die Applikationen in Windows 7 erhalten außerdem die Ribbon-Oberfläche, die bereits aus dem aktuellen Office-Paket von Microsoft bekannt ist. Damit soll die Bedienung der Applikationen vereinfacht werden. Wenn Programmfenster an den Bildschirmrand geschoben werden, rasten sie dort ein. Legt man zwei Fenster auf diese Art neben- oder untereinander, werden sie automatisch in der Größe verändert, so dass sie jeweils die Hälfte des Bildschirms einnehmen. Wenn eines der Fenster wieder verschoben wird, erhält das Fenster die ursprünglichen Maße. Verschwunden ist die mit Windows Vista eingeführte Sidebar, in der Gadgets gesammelt wurden. Mit Windows 7 können Gadgets nun direkt an beliebiger Stelle auf dem Desktop abgelegt werden.

Verbesserungen gibt es auch beim Verhalten von Windows 7 im Heimnetzwerk. So sollen sich Windows-7-Systeme gegenseitig automatisch finden und Drucker sowie ähnliche Hardware im Heimnetzwerk können einfacher angesprochen werden. Zu den neuen Netzwerkfunktionen gehört auch die Ausweitung der Desktopsuche. Sie findet nun auch Daten auf Computern, die im gleichen Netzwerk angemeldet sind.

Über ein zentrales Bedienfeld namens Device Stage kann angeschlossene Hardware besser verwaltet werden. Das gilt auch für Geräte, die über das Netzwerk angebunden sind. Damit soll der Umgang mit solchen Geräten vereinfacht werden. Für den Unternehmenseinsatz hat Microsoft die Wartungsfunktionen und auch die Installation von Windows 7 auf mehreren Rechnern in einem Unternehmensnetzwerk überarbeitet.

Notebooks sollen mit Windows 7 besser auf die Nutzung an verschiedenen Arbeitsplätzen ausgerichtet sein. Ein Notebook soll automatisch Ausdrucke auf den Firmendrucker leiten, wenn es im Firmennetzwerk eingebucht ist. Daheim werden Ausdrucke an den heimischen Drucker geleitet, ohne dass der Nutzer Einstellungen verändern muss. Bisher kennt selbst Windows Vista nur einen Standarddrucker, der immer für alle Ausdrucke verwendet wird.

Zudem will Microsoft seine Windows-Live-Dienste, die bisher eher ein Nischendasein fristen, weiter vorantreiben und integriert sie in Windows 7. Lediglich der Windows Live Messenger als Nachfolger des MSN Messenger wird derzeit rege genutzt.

Bekanntermaßen verwendet Windows 7 den gleichen Kernel wie Windows Vista und Windows Server 2008. Microsoft verspricht daher, dass alle Applikationen und Treiber mit Windows 7 arbeiten, die auch mit dem Vorgänger klarkommen. Einzige Ausnahme bleibt Software, die tief ins Betriebssystem eingreift. Diese muss vom Hersteller angepasst werden. Das betrifft Sicherheitssoftware, Virenscanner, Firewall-Software oder Festplattenwerkzeuge.

Microsoft zeigte außerdem die geplante Multitouch-Unterstützung für Windows 7. Diese arbeitet demnach mit allen Windows-Applikationen, spezielle Anpassungen sind nicht erforderlich. Sobald dieser Bedienmodus aktiviert wird, werden die betreffenden Steuerelemente vergrößert, damit sie gut mit dem Finger bedient werden können. Über den Touchscreen kann der Nutzer den Mauspfeil mit dem Finger steuern und alle Bereiche der Software bedienen. Ferner wird die Updatefunktion des Vista-Nachfolgers nicht nur das Betriebssystem und Microsoft-Anwendungen auf den aktuellen Stand bringen, sondern auch Updates für Spiele installieren.

Microsoft strebt an, dass Windows 7 weniger Leistung als Windows Vista beansprucht. Das Betriebssystem soll in einer 64-Bit- und sogar in einer 32-Bit-Version erscheinen. Letztere kann allerdings die künftig üblichen 4 GByte Arbeitsspeicher in Rechnern nicht ausnutzen. Erst die 64-Bit-Variante kann von dieser Arbeitsspeicherausstattung profitieren.

Die von Microsoft gezeigte Vorabversion von Windows 7 trägt den Status Pre-Beta und richtet sich ausschließlich an Entwickler. Damit will Microsoft diesen die Möglichkeit geben, sich frühzeitig mit Windows 7 vertraut zu machen und ihre Produkte bei Bedarf an das neue Betriebssystem anzupassen. Anfang 2009 will Microsoft eine erste Beta von Windows 7 veröffentlichen. Die fertige Version soll im Januar 2010 auf den Markt kommen.

Die ersten Bilder von Windows 7 <<Bitte hier klicken>>

Erster Eindruck: Google-Smartphone G1 mit Minitastatur

Donnerstag, September 25th, 2008

Android-Smartphone mit WLAN, GPS-Empfänger und Micro-SD-Card-Steckplatz

Mit dem G1 wurde das erste Mobiltelefon auf Basis des Smartphone-Betriebssystems Android vorgestellt. Golem.de konnte sich einen ersten Eindruck von dem Gerät und der neuen Plattform verschaffen. Vor allem im Vergleich zum iPhone fallen Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede auf.

Obwohl für Google die Zukunft von Smartphones bei der Software von Mobiltelefonen liegt, entscheidet ein potenzieller Käufer noch immer vor allem anhand des Gerätedesigns über einen Kauf. Nur wenigen Mobiltelefonkäufern ist wichtig, dass ihr Smartphone mit Symbian S60, Windows Mobile oder PalmOS läuft. Das G1 wurde von HTC entwickelt, die bisher nur Windows-Mobile-Smartphones im Angebot hatten. Auch wenn es auf den ersten Blick starke Ähnlichkeiten zu bestehenden Windows-Mobile-Smartphones gibt, versucht HTC doch mit dem Neuling einiges anders zu machen.

Während die Minitastaturen bei HTC-Smartphones ausgeklappt werden, ist es beim G1 andersherum. Das Display wird weggeklappt und gibt den Zugang zu einer QWERTY-Tastatur frei. Der Öffnungsmechanismus läuft entlang einer halbkreisförmigen Schiene, was etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, bis man die Tastatur erreicht, als wenn das Aufschieben gerade abläuft. Die Minitastatur beziehungsweise der Öffnungsmechanismus nimmt natürlich einiges an Platz in Anspruch. Das G1 misst 117,7 x 55,7 x 17,1 mm und ist damit deutlich dicker und klobiger als etwa das iPhone 3G.

Bei einer ersten Prüfung ließen sich die Tasten gut bedienen, es gibt einen klar definierten Druckpunkt und der Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben ist groß genug, so dass man sich nicht so schnell vertippt. Der Nutzer ist also nicht nur auf eine Bildschirmtastatur angewiesen, wie es beim iPhone der Fall ist. Texte lassen sich über die Tastatur des G1 sehr bequem eingeben, so dass SMS oder E-Mails schnell getippt sind.

Eine praktische Besonderheit auf der Minitastatur ist die Suchen-Taste links neben der Leertaste. Je nachdem, in welchem Menü der Nutzer sich gerade befindet, leitet sie direkt in den Suchmodus. Befindet sich der Nutzer im Adressbuch, kann er nach einem Namen oder einer Adresse suchen, befindet er sich im Browser, landet er sofort bei Googles Suche.

Beim Touchscreen hat sich das erste Android-Telefon vom iPhone inspirieren lassen, immerhin hat Apple als erster Hersteller das Gleiten auf mehrere Bildschirmseiten ermöglicht. Das Scrollen von Seite zu Seite geht ähnlich flüssig wie beim iPhone. Der Nutzer kann mit einem Fingerstrich von Seite zu Seite wechseln und dort Programme ablegen. Das G1 geht dabei noch einen Schritt weiter und erlaubt es auch, Fotos auf den Desktopseiten zu platzieren.

Zudem ist der Nutzer viel freier als beim iPhone: Er kann jedes Programm-Icon beliebig positionieren und sogar Funktionen entfernen. Dazu muss er die Anwendung kurz drücken, bis sie mit einem leichten Vibrieren reagiert. Das ist beim iPhone ähnlich, allerdings gibt es keine Vibrationsrückmeldung und das freie Positionieren fehlt ganz. Außerdem können die Standardprogramme auf dem iPhone nicht entfernt werden, das geht nur bei zusätzlich installierten Applikationen. Der G1-Besitzer kann aber auch die Standard-Icons löschen und auch jederzeit wieder auf dem Startbildschirm ablegen. Denn über ein aufzurufendes Menü erreicht man alle installierten Applikationen, so dass der Startbildschirm für die häufig genutzten Anwendungen gedacht ist.

Standardmäßig sind auf dem G1 die vier Funktionen Telefon, Kontakte, Browser und Google Maps auf dem Startbildschirm abgelegt. Hier zeigt sich bereits, welchen Weg Google geht: dem Nutzer so viele Google-eigene Anwendungen wie nur möglich direkt an die Hand zu geben. Damit unterscheidet sich Google mit Android nicht von den anderen Smartphone-Betriebssystemen. Auch Microsoft bündelt bei Windows Mobile vor allem die eigenen Dienste und Nokia geht mit seinen Symbian-Smartphones und Ovi den gleichen Weg.

Die Google-Dominanz zeigt sich auch, wenn der Nutzer das Spezialmenü aufruft, in dem alle Applikationen gelistet sind. Speziell für Google Mail gibt es einen Client, der aber alle E-Mails direkt auf dem Server bearbeitet. Dieser Client ist mit einer Push-Funktion ausgestattet, während ein weiterer Mail-Client für den Zugriff auf Webmaildienste nur Pull-Funktionen bereitstehen. Eigenständige E-Mail-Clients liegen der Android-Plattform wohl nicht bei. Hier könnten aber bald Programmierer mit entsprechenden Produkten punkten. Im Lieferzustand ist aber die Einbindung von Firmen-Mail-Servern mit Android-Smartphones nicht möglich, so dass die Geräte erst einmal nicht für den Unternehmenseinsatz geeignet sind.

Neben der E-Mail-Funktion fördert Google - zumindest in den USA - auch die Kommunikation über Instant-Messaging-Netze. Dabei werden die Protokolle vom Yahoo Messenger sowie vom AOL Messenger und das Jabber-Protokoll, insbesondere Google Talk, geboten. Auf die Kontaktaufnahme mit Nutzern vom Windows Live Messenger oder ICQ muss der Anwender erst einmal verzichten. Hier könnten aber bald zusätzliche Clients auch alle übrigen Protokolle abdecken. Ob diese Funktion auch im deutschen G1-Modell zu finden ist, bleibt abzuwarten. Denn in Deutschland verbietet T-Mobile die Nutzung aller Instant-Messaging-Funktionen über ihre mobilen Datennetze.

Während das iPhone nur einen Knopf aufweist, bietet das G1 deutlich mehr und verhilft damit zu einer effizienteren Bedienung. Außer über den Touchscreen kann das Gerät auch über einen Trackball bedient werden. Außerdem gibt es die eigentlich obligatorischen Knöpfe, um Telefonate anzunehmen oder abzulehnen. Zudem sind ein Home- sowie ein Zurück-Knopf und eine Taste vorhanden, die das Spezialmenü aufruft, wenn man sich im Programmstarter befindet. In Applikationen erreicht der Nutzer über diesen Knopf das Menü der entsprechenden Software, was die Bedienung komfortabel macht.

Eine pfiffige Idee ist der Zugrifsschutz des Telefons, der über eine Geste auf einer 3×3-Matrix deaktiviert wird. Bislang waren solche Schutzmechanismen üblicherweise an die Eingabe eines Kennwortes gebunden. Beim G1 malt der Nutzer eine bestimmte Geste und erst dann ist das Gerät entsperrt. Ansonsten ist kein Zugriff möglich. Beim Testmodell musste ein “M” gemalt werden, dann waren alle Daten und Programme erreichbar.

Ebenfalls gut gelöst: Mit einem Klick lässt sich der Android Market öffnen, über den zusätzliche Applikationen gekauft, geladen und installiert werden können. Funktional ähnelt der Android Market dem App Store, den es für das iPhone gibt. Im Unterschied zum Ansatz von Apple wird der Android Market aber offener sein. Es ist nicht geplant, dass eine Instanz darüber entscheidet, welche Applikation über Android Market angeboten werden darf. Beim App Store hat Apple das Recht, ohne Angabe von Gründen Programme zu entfernen, was wiederholt passiert ist.

Apropos Shop: Besonders betont hat Google den Zugriff auf den MP3-Shop von Amazon. Amazon.com bietet Angaben von T-Mobile zufolge über 6 Millionen DRM-freie MP3-Titel. Darüber kann der Nutzer online Musik kaufen. Das Herunterladen von Musik geht dann aber nur bei aktiver WLAN-Verbindung. Bei Nutzung von Mobilfunknetzen ist diese Funktion gesperrt. Dann gibt es zwar Hörproben und der Kunde kann Lieder auch kaufen, aber der Download ist nicht möglich. Da Amazons Download-Dienst hierzulande bislang nicht zur Verfügung steht, die Telekom aber selbst mit Musicload und Videoload entsprechende Onlineshops betreibt, ist zu vermuten, dass diese hierzulande genutzt werden.

Der Klang des G1 lässt allerdings zu wünschen übrig. Die Lautsprecher befinden sich auf der Rückseite des Gerätes und zumindest bei dem Demo-Modell scheppern sie erheblich. Abhilfe könnten Kopfhörer schaffen, die sich jedoch nicht über eine Standard-3,5-mm-Klinkenbuchse anstöpseln lassen. Laut Datenblatt wird das Bluetooth-Profil A2DP nicht unterstützt, so dass keine Stereomusik drahtlos übertragen werden kann.

Während die Verzahnung zwischen Applikationen auf dem iPhone in ganzer Linie enttäuscht, hat Google mit Android nicht den Fehler von Apple nachgemacht, sondern sich an dem orientiert, was andere Smartphone-Betriebssysteme seit Jahren bieten. Daten lassen sich ohne Aufwand zwischen Applikationen aufrufen. So kann etwa eine URL im Browser markiert und dann bequem per E-Mail verschickt werden. Und eine Adresse lässt sich direkt in Google Maps anzeigen. Letzteres spart viel Tipparbeit, denn beim iPhone muss eine Adresse erst mühsam eingetippt werden, um die Position in Google Maps zu finden.

Im G1 steckt ein GPS-Empfänger mit A-GPS-Unterstützung, um das Satellitensignal schneller orten zu können. In Google Maps ist die Straßenansicht integriert, um sich etwa Städte genauer anzusehen, ohne selbst da zu sein. Mit Rundumansichten kann der Nutzer virtuell auf einer Straße stehen und sich dort nach Belieben umschauen. Diese Funktion koppelt das G1 mit dem GPS-Empfänger und bastelt einen Kompass daraus. Je nachdem, in welche Himmelsrichtung der G1-Besitzer sein Gerät hält, wird die Straßenansicht passend ausgerichtet.

Der 3,2 Zoll große Touchscreen reagiert gut auf Eingaben und bietet eine Auflösung von 320 x 480 Pixeln. Zur Farbtiefe machte der Hersteller keine Angaben, aber vermutlich werden bis zu 65.536 Farben geboten. Im G1 steckt ein Lagesensor, so dass das Display automatisch im Hoch- oder Querformat erscheint, je nachdem, wie das Gerät gehalten wird. Für Schnappschüsse gibt es eine 3,2-Megapixel-Kamera, die über keinen Autofokus verfügt. Das HSDPA-Mobiltelefon unterstützt zudem die vier GSM-Netze 850, 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und beherrscht EDGE sowie GPRS. Als weitere Drahtlostechniken stehen WLAN nach 802.11b/g sowie Bluetooth 2.0 bereit.

Der interne RAM-Speicher fasst 192 MByte, so dass für Musik und viele Fotos eine Speicherkarte unabdingbar ist. Während das iPhone mittlerweile mit 8 GByte oder 16 GByte Speicher zu haben ist, enttäuscht das G1 in diesem Punkt. Auf einer Micro-SD-Karte können weitere Daten abgelegt werden. Der Hersteller machte keine Angaben dazu, welche maximale Kapazität der Speicherkartensteckplatz unterstützt, der sich rechts neben der Tastatur befindet.

Das 158 Gramm wiegende G1 schafft mit einer Akkuladung eine Sprechzeit von bis zu 6,5 Stunden im GSM-Betrieb. Im UMTS-Modus verringert sich die Sprechdauer auf knapp 6 Stunden. Bis zu 16 Tage soll der Akku im Bereitschaftsmodus durchhalten. Dabei werden erfahrungsgemäß weder WLAN noch der GPS-Empfänger aktiviert, so dass der Einsatz dieser Techniken die Akkulaufzeit weiter nach unten drückt.

In Deutschland will T-Mobile das G1 erst Anfang 2009 auf den Markt bringen. Was das G1 dann hierzulande kosten wird, ist nicht bekannt. Am 22. Oktober 2008 soll das G1 in den USA zu haben sein und kostet dann bei Abschluss eines zwei Jahre laufenden Mobilfunkvertrages 179 US-Dollar.

Quelle: Golem

Microsoft stopft acht gefährliche Sicherheitslücken

Mittwoch, September 10th, 2008

Sicherheitsloch in Windows weiterhin offen

Wie angekündigt, hat Microsoft vier Sicherheitspatches in diesem Monat veröffentlicht, die als gefährlich eingestufte Sicherheitslücken beseitigen sollen. Allen acht Sicherheitslecks ist gemein, dass Angreifer darüber beliebigen Programmcode ausführen können. Ein bekanntes Sicherheitsloch in Windows ist weiterhin offen.

Der umfangreichste Patch von Microsoft für den September 2008 behebt mit einem Schlag gleich fünf Sicherheitslecks in der GDI+-Komponente, die unter anderem Bestandteil von Windows, Office, dem .NET Framework, dem SQL Server und Visual Studio ist. Die betroffenen Microsoft-Produkte verwenden GDI+ zur Anzeige von Grafikdateien und bei der Verarbeitung einiger Dateitypen kommt es zu Fehlern, die Angreifer zum Ausführen von Schadcode ausnutzen können. Opfern muss dazu lediglich eine manipulierte Grafikdatei vom Typ BMP, GIF, VML, EMF oder WMF untergeschoben werden.

Die Sicherheitslücken betreffen Windows XP sowie Vista, Windows Server 2003 und 2008, den Internet Explorer 6 von Windows 2000, das .NET Framework in den Versionen 1.0 bis 2.0, Office XP, 2003 sowie 2007, Visio 2002, den PowerPoint Viewer 2003, Works 8, die Digital Image Suite 2006, den SQL Server 2005, Visual Studio .NET 2002 sowie 2003, Visual Studio 2005 und 2008, den Report Viewer 2005 und 2008, Visual FoxPro 8 sowie 9 und schließlich noch Forefront Client Security 1.0. Für alle Komponenten hat Microsoft einen Patch veröffentlicht.

Ein weiteres Sicherheitsleck steckt im Windows Media Player, das ursprünglich im August 2008 beseitigt werden sollte. Der betreffende Patch wurde dann aber kurzfristig nicht veröffentlicht. Das Sicherheitsloch steckt ausschließlich im Windows Media Player 11, frühere Versionen sind demnach nicht betroffen. Das Sicherheitsleck macht sich bemerkbar, wenn manipulierte Audiodateien von einem Windows Media Server in einer serverseitigen Wiedergabeliste (SSPL) gestreamt werden. Ein Angreifer muss also einen Windows Media Server betreiben, um den Fehler auszunutzen. Dann kann der Windows Media Player 11 zur Ausführung von Schadcode missbraucht werden, was der aktuelle Patch beseitigen soll.

Mit einem anderen Patch beseitigt Microsoft eine gefährliche Sicherheitslücke im ActiveX-Steuerelement WMEX.DLL, das Bestandteil des Windows Media Encoder 9 ist. Das Anzeigen einer entsprechend präparierten Webseite mit dem Internet Explorer genügt bereits, um Opfer eines solchen Angriffs zu werden. Das Sicherheitsleck betrifft Windows 2000, XP, Vista sowie Windows Server 2003 und 2008.

Der vierte Patch beseitigt ein Sicherheitsleck in Office XP, 2003 sowie 2007. Der Fehler steckt in der Applikation OneNote und kann über eine entsprechende OneNote-URL ausgenutzt werden, um schadhaften Programmcode auszuführen.

Alle genannten Sicherheitspatches verteilt Microsoft auch über die Updatefunktion der betreffenden Produkte. Das im August 2008 gemeldete Sicherheitsloch in der Windows-Komponente NSlookup bleibt weiter offen. Damit hat sich die Hoffnung zerstreut, dass Microsoft dieses offene Sicherheitsleck in diesem Monat beseitigt.

Windows 7: Microsoft will Gedankenaustausch

Samstag, August 16th, 2008

Details zu Windows 7 für Ende Oktober und Anfang November 2008 erwartet

Microsoft hat ein Blog zum kommenden Windows 7 gestartet. Der Windows-Vista-Nachfolger ist für den Januar 2010 geplant. Bislang ist kaum bekannt, welche Verbesserungen die Kunden zu erwarten haben. Ende Oktober und Anfang November 2008 will Microsoft mehr dazu verraten.

Mit einem umfangreichen Beitrag wurde das Windows-7-Blog von Microsoft eröffnet. Darüber will Microsoft intensiver als bisher mit Kunden und Interessenten in Kontakt treten. Dabei wird ausdrücklich eine Zwei-Wege-Kommunikation beschrieben. Die Leser können im Blog Kommentare abgeben, die in jedem Fall gelesen werden, so das Versprechen des Konzerns. Außerdem kann direkt per E-Mail Kontakt mit Microsoft aufgenommen werden.

Am 27. Oktober 2008 will Microsoft auf der Professional Developers Conference (PDC) in Los Angeles erstmals umfangreiche Details zu Windows 7 verraten. Ebenfalls in Los Angeles startet eine Woche danach die Windows Hardware Engineering Conference (WinHEC) am 4. November 2008. Auch auf dieser Veranstaltung will Microsoft nähere Hintergründe zu den Neuerungen von Windows 7 verraten.

Der Blogbeitrag bezieht sich indirekt auf das Fiasko, das Microsoft mit Windows Vista erlebt hatte. Im Vorfeld wurden Funktionen angekündigt, die dann nie in den Windows-XP-Nachfolger integriert wurden. Diesen Fehler will Microsoft nicht wiederholen und künftig nur über Funktionen sprechen, die auf jeden Fall Bestandteil von Windows 7 sein werden.

Bekannt ist bislang, dass Windows 7 auf dem gleichen Windows-Kernel beruht wie Windows Vista, so dass Probleme beim Umstieg wie von Windows XP auf Windows Vista nicht auftreten sollten. Zudem wird das Betriebssystem Multitouch-Bildschirme unterstützen. Der Marktstart von Windows 7 ist für den Januar 2010 geplant, also exakt drei Jahre nach der allgemeinen Verfügbarkeit von Windows Vista, das im Januar 2007 in den Handel kam.

Die Begrüßung im Windows-7-Blog haben die beiden Windows-Chefentwickler Jon DeVaan und Steven Sinofsky übernommen. DeVaan ist Senior Vice President der Betriebssystemsparte Windows Core bei Microsoft und war zuvor unter anderem für Microsofts IPTV-Projekte sowie Office 2000 verantwortlich. Sinofsky leitete bis März 2006 den Office-Bereich bei Microsoft und hat danach die Betriebssystemsparte des Konzerns übernommen. Als Senior Vice President steht er der Entwicklung der neuen Windows-Generation vor und kümmert sich außerdem um die Windows-Live-Plattform des Konzerns.

Microsoft sperrt Produktschlüssel von gebrauchter Software

Montag, August 11th, 2008

Softwarelizenzen dürfen nur mit Microsofts Zustimmung weitergegeben werden

Microsoft sperrt Softwareschlüssel, die unrechtmäßig mehrfach genutzt werden. Die Weitergabe von Produktschlüsseln sei nur mit Zustimmung des Rechteinhabers erlaubt, begründet der Softwarehersteller sein Vorgehen.

Bei Testkäufen habe das Unternehmen entdeckt, dass häufig mehrere Nutzer Microsoft-Programme mit identischen Produktschlüsseln aus sogenannten Volumenlizenzverträgen nutzen, ohne dafür eine Zustimmung von Microsoft eingeholt zu haben. Das deute auf “Unregelmäßigkeiten bei der Übertragung von Nutzungsrechten aus Volumenlizenzverträgen” hin, heißt es in einer Mitteilung.

Um das zu unterbinden, hat Microsoft nach eigenen Angaben “auffällig gewordene Produktschlüssel” gesperrt und damit die Nutzung der entsprechenden Programme eingeschränkt. Das sei, sagte Dorothee Belz von der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland, “ein klares Zeichen” an Unternehmen, denen oft nicht bewusst sei, dass sie eine Urheberrechtsverletzung begehen, deretwegen der Rechteinhaber Schadensersatzansprüche anmelden könne.

Microsoft beruft sich auf ein Urteil des Münchner Oberlandesgerichts. Das hatte kürzlich dem Unternehmen usedSoft verboten, gebrauchte Software von Oracle ohne Zustimmung des Rechteinhabers zu verkaufen (Aktenzeichen 6 U 2759/07, Urteil vom 3. Juli 2008). Nach Ansicht von Microsoft sei damit “die Weiterübertragung der Softwarelizenzen und die Übergabe des Produktschlüssel an Dritte” auch nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Microsoft zulässig.

Das Unternehmen sieht hier die Nutzer in der Pflicht. Diese müssten “beweisen, dass sie eine rechtmäßige Lizenz besitzen. Beim Erwerb einer gebrauchten Lizenz bedeutet dies, dass sie belegen müssen, an wen Microsoft ursprünglich die Lizenz vergeben hat und wie und über wen sie dann auf den neuen Nutzer übertragen worden ist”, erklärte Belz.

Schwachstelle bei DNS als mögliches Risiko im Internet

Montag, Juli 14th, 2008

Hochrangige Sicherheitsexperten warnen derzeit vor einem grundlegenden Fehler in DNS-Speichersystemen, durch den es Betrügern gelingen kann, Internetsurfer auf falsche Server umzuleiten.

Das Surfen im Internet könnte in der nächsten Zeit gefährlich werden, denn seit kurzem ist ein grundlegendes Sicherheitsproblem bei DNS-Servern bekannt geworden, das gravierende Probleme nach sich ziehen könnte. Das DNS-System (Domain Name System) hat die Aufgabe, die gängigen Internetadressen in die dazugehörigen IP-Adressen umzuwandeln. Wenn ein Internetnutzer beispielsweise eine bestimmte Web-Adresse in den Browser eingibt (oder aus seinen Lesezeichen übernimmt), erfolgt bei DNS die Umsetzung in die Adresse des Web-Servers.

Die jetzt bekannt gewordene Schwachstelle von DNS-Servern ermöglicht es jedoch Angreifern, die in den Cache-Speichern der Server gesammelten Adressen so zu manipulieren, dass die Surfer nicht an die richtige Adresse gelangen, sondern zu einem falschen Web-Server umgeleitet werden. Damit könnten etwa Anwender beim Online-Banking auf nachgemachte Webseiten der Geldinstitute geführt werden, wo sie beispielsweise PIN- und TAN-Nummern eingeben, die dann bei Betrügern landen. Vor diesem Cache-Poisoning warnen jetzt jedenfalls das amerikanische Sicherheitscenter CERT (http://www.kb.cert.org/vuls/id/800113) sowie andere Experten.

Der Entdecker der Schwachstelle, Dan Kaminsky, will weitere Details erst im nächsten Monat veröffentlichen, allerdings sind alle Hersteller von DNS-Lösungen bereits informiert und haben erste Gegenmaßnahmen getroffen. So hat etwa Microsoft in seinem letzten Windows-Update eine Änderung bei den DNS-Verbindungen eingeführt. Allerdings sind diese Maßnahmen noch kein Allheilmittel, erst mit einem größeren Update des DNS-Systems könnten derartige Angriffe zuverlässig blockiert werden. Diese neue Version (DNSSEC) lässt derzeit jedoch noch auf sich warten.

Patch-Day: ZoneAlarm blockt Zugang zum Internet

Freitag, Juli 11th, 2008

Microsofts Patch-Day sorgt erneut für Probleme. Zahlreiche Nutzer der bekannten Desktop-Firewall ZoneAlarm melden derzeit, dass sie nach der Installation der jüngsten Updates auf einmal nicht mehr auf das Internet zugreifen können.

Auslöser ist offenbar der von Microsoft veröffentlichte Patch MS08-37 der ein schwerwiegendes Problem bei der Durchführung von DNS-Anfragen beheben soll. Die Lücke ist extrem kritisch, weil sie von Angreifern ausgenutzt werden könnte, um Internet-Surfer auf beliebige Server umzuleiten.

Sie geht auf einen “Design-Fehler” des Domain Name Systems zurück, es handelt sich also wahrscheinlich nicht um einen Fehler seitens Microsoft. Durch das Update blockt ZoneAlarm den Internetzugriff nun, wenn der Anwender den maximalen Schutz gewählt hat. Setzt man die Schutzstufe auf “medium” herab, klappt wieder alles wunderbar.

Die betroffenen Anwender können das Problem bisher nur lösen, in dem sie die Einstellungen wie erwähnt herabsetzen, oder aber das Update KB951748 über die Systemsteuerung entfernen. Dies ist allerdings nicht zu empfehlen, da sie sich sonst den beschriebenen Attacken aus dem Internet aussetzen könnten.

Nach aktuellem Kenntnisstand ist Windows Vista nicht betroffen. Der Patch MS08-37 wurde nur für Windows 2000, Windows XP und Windows Server 2003 ausgeliefert. Wahrscheinlich wird Check Point Software, der Hersteller von ZoneAlarm, ein Update für sein Programm veröffentlichen, um die Schwierigkeiten aus der Welt zu schaffen.

Windows XP: Der Anfang vom Ende

Montag, Juni 30th, 2008

Am heutigen 30. Juni will Microsoft die Auslieferung von Windows XP einstellen – zumindest teilweise. Ab morgen sollen die großen OEM-Hersteller nur noch PCs mit vorinstalliertem Windows Vista verkaufen. Dennoch wird XP noch für einige Zeit verfügbar bleiben.

Ganz offiziell will der Konzern noch die XP Home Edition für Mini-Notebooks (”Netbooks”) sowie ebenso untermotorisierte Desktop-PCs (”Nettops”) zur Verfügung stellen, und zwar bis zum “30. Juni 2010 oder ein Jahr nach Verfügbarkeit der nächsten Betriebssystem-Version, und zwar bis zum späteren der beiden Termine”. Da als Erscheinungstermin des Vista-Nachfolgers Windows 7 derzeit Januar 2010 genannt wird, dürfte es also mindestens noch bis 2011 XP für die Mini-Rechner geben. Der Grund für diese Abweichung vom ursprünglichen Plan: Vista ist für die leistungsschwachen Minirechner schlicht zu schwerfällig, weshalb die Hardwarehersteller diese Geräte ohne Verfügbarkeit von Windows XP ausschließlich mit Linux ausstatten würden.

Doch XP bleibt auch für andere PCs verfügbar. Einzelhändler beispielsweise können vorhandene XP-Vorräte zeitlich unbegrenzt verkaufen. Und selbst wenn kein XP mehr im Laden zu finden ist, kommt man trotzdem noch dran, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Das Zauberwort in diesem Fall heißt “Downgrade”: Man erwirbt zwar Vista, installiert jedoch stattdessen XP. Vorteil für Microsoft: Obwohl der Kunde in diesem Fall weiter auf das XP setzt, geht der Zähler für verkaufte Vista-Lizenzen wieder eins rauf.

Einige PC-Hersteller wollen das Downgrade-Recht nutzen, um weiterhin PCs mit vorinstalliertem XP anzubieten. Hewlett Packard etwa hatte bereits im April angekündigt, den Downgrade-Prozess künftig schon vorab im “Auftrag seiner Kunden” zu vollziehen und individuell konfigurierte Rechner mit XP-Images auszuliefern (wohl aber nur an Kunden mit Volumenlizenzen). Auch Dell und Wortmann haben mittlerweile bestätigt, noch für längere Zeit Rechner mit vorinstalliertem XP und beiliegender Vista-Lizenz liefern zu wollen. Lenovo geht einen etwas anderen Weg: Laut Website will der Hersteller noch bis Januar 2009 seinen Kunden voraktivierte Recovery-CDs zur Verfügung zu stellen, mit denen sich ein Rechner schnell auf XP umrüsten lässt.

Microsoft wird unterdessen nicht müde, weiterhin die Vorteile von Windows Vista gegenüber XP anzupreisen. So wurden einige Whitepaper etwa zum Einsatz in Unternehmen oder mit Vergleichen des Funktionsumfangs veröffentlicht, die allerdings nur die gewohnten Schlagwörter enthielten (”Sicherer!”, “Schneller!”, “Stabiler!”, “Innovativer!”) – und wohl auch nicht bei jedem Unternehmen zur gewünschten Resonanz führen: Intel und Daimler etwa haben bereits abgewinkt.

Doch nicht nur die Unternehmenskunden versucht Microsoft zum Umstieg zu drängen, auch für den privaten Einsatz will man kein XP mehr dulden, und hier wird Microsoft deutlicher. So ist auf Microsofts Website derzeit ein englischsprachiges Dokument zu finden, welches den bevorstehenden Lieferstopp von Windows XP begründet – Kurzzusammenfassung: “Wir wissen, dass ihr XP wollt, aber wir verkaufen es euch trotzdem nicht mehr.”

Fraglich ist allerdings mittlerweile, ob der Lieferstopp überhaupt noch ein Problem darstellt: So berichtete ein Online-Händler, dass die Verkaufszahlen von XP mittlerweile zurückgehen und man sich deshalb “wie üblich” keine größeren Vorräte mehr angelegt habe. Offenbar haben sich bereits viele Interessenten vorsichtshalber mit XP-Lizenzen eingedeckt. Selbst wenn es also Microsoft gelingt, den Verkauf von XP in absehbarer Zeit zu stoppen, werden viele Nutzer trotzdem weiter XP einsetzen – sei es mit vorhandenen Lizenzen oder über die Downgrade-Option. Und zumindest für die nächsten Jahre spricht auch nichts dagegen: Microsoft verspricht, als sicherheitskritisch eingestufte Lücken in Windows XP noch mindestens bis 2014 mit Updates zu stopfen – und damit nach den derzeitigen Planungen bizzarerweise länger als bei Windows Vista Ultimate.

Windows 7 bekommt bessere Sprach- und Schrifterkennung

Sonntag, März 2nd, 2008

Vista-Nachfolger erscheint wahrscheinlich nicht vor 2010

Microsoft-Gründer Bill Gates verspricht für den Vista-Nachfolger Windows 7 Verbesserungen in den Bereichen Handschrift-, Sprach- und Gesternerkennung. Die Anwender seien reif für neue Eingabemethoden.

“Die Version nach Vista ist in Hinblick auf die Spracheingabe ein großer Schritt nach vorne”, so Gates in einem Interview, das nach seiner Rede an der Stanford University geführt wurde. Selbes gelte für die Handschrift- und Gestenerkennung.

“Wahrscheinlich etabliert sich Gestenerkennung bei einigen Formfaktoren sehr schnell, da wir eng mit den Hardwareherstellern zusammenarbeiten”, so der Microsoft-Gründer. Hinsichtlich Sprache wollte er sich allerdings nicht genau festlegen.

Windows 7 soll laut Informationen von Microsoft nicht vor 2010 erscheinen. Welche der geplanten Features tatsächlich im Endprodukt zu finden sein werden, muss sich aber erst noch zeigen. Denn auch auf dem Weg von Longhorn nach Vista ließen die Redmonder einige Funktionen zurück.

Windows 7: Woran Microsoft für den Vista-Nachfolger arbeitet

Vista gehört bereits zum alten Eisen - zumindest für Nutzer, die sich gerne mit Technologien von morgen beschäftigen. Glücklicherweise sickern jetzt erste Details zum Nachfolger Windows 7 durch.

Windows Vista ist seit ziemlich genau einem Jahr auf dem Markt. Am Anfang hakte es gewaltig: Inkompatibilitäten von Treibern und Anwendungen sowie Bugs verleideten Anwendern die Freude an dem neuen OS.

Microsoft musste sich von seinen ambitionierten Zielen verabschieden: Der Großteil der inzwischen über 100 Millionen verkauften Vista-Lizenzen wurde über neue PCs abgesetzt - deren Käufer meist keine andere Wahl haben. Das klassische Upgrade-Geschäft, in dem die Verbraucher mit ihrem Geldbeutel wählen, erreichte dagegen nicht das Niveau des Vorgängers XP. Auch die für die Redmonder wichtigen Firmenkunden warten bislang eher ab. Ihnen soll das gerade fertig gewordene Service Pack 1 den Umstieg schmackhaft machen.

Da die Arbeiten an Vista mit dem größeren Update vorerst abgeschlossen sind, wächst das Interesse am Nachfolger Windows 7. Gerüchte über eine Markteinführung bereits im nächsten Jahr führen beim einen oder anderen zur Überlegung, Vista gleich ganz zu überspringen.

Offiziell äußert sich Microsoft abgesehen von der bloßen Existenz und einer geplanten Veröffentlichung im Jahr 2010 derzeit nicht zu Windows 7 - was die Gerüchteküche natürlich umso mehr anheizt. ZDNet hat auf den folgenden Seiten zusammengestellt, was Kunden vom Vista-Nachfolger erwarten können.

Neuer Windows-Chef mit gutem Ruf

Windows 7 ist das erste Windows, das nicht mehr unter der Regentschaft von Jim Allchin entwickelt wird. Der Manager hat Microsoft nach der Fertigstellung von Vista den Rücken gekehrt.

Seine Position bekleidet jetzt Steven Sinofsky, der als Leiter der Office-Entwicklung in den letzten Jahren für regelmäßige Releases gesorgt hatte. Extreme Verzögerungen wie bei Windows gab es dort nicht.

Das hängt Insidern zufolge hauptsächlich mit der Philosophie Sinofskys zusammen. “Es gibt immer noch eine nächste Version”, so sein Motto. Zu ambitionierte Ziele, die später das ganze Projekt in Gefahr bringen, sind seine Sache nicht.

Den Longhorn-Effekt, also dass für immer weniger Features immer mehr Zeit benötigt wird, will Microsoft unbedingt vermeiden. Man kann also davon ausgehen, dass die Redmonder die für 2010 anvisierte Markteinführung diesmal tatsächlich schaffen.

Renoviertes Fundament

Während viele Windows-7-Features derzeit nur Spekulation sind, kann man eine grundlegende Überarbeitung des Kernels als gesichert ansehen. Eric Traut stellte vergangenen Herbst vor Studenten der University of Illinois einen Kernel namens Minwin vor, der die Basis für die nächste Windows-Generation bildet.

Ziel von Minwin ist, den Kernel von Funktionen zu befreien, die besser in darüber liegenden Schichten des OS aufgehoben sind. Auch Abhängigkeiten verschiedener Subsysteme sollen verringert werden.

Die enge Verzahnung brachte schon die Longhorn-Entwicklung zwischenzeitlich zu Fall. Eine gewisse Vorarbeit wurde daher schon für Vista geleistet. Minwin treibt dieses Konzept nochmals ein Stück weiter.

Mit diesen Maßnahmen erhält Microsoft einen Unterbau, der besser gewartet werden kann und schneller läuft. Eine konsequentere Modularisierung bietet zudem die Möglichkeit, Szenarien wie Media Center oder Embedded Devices zu berücksichtigen. Überflüssige Komponenten können einfach weggelassen werden.

Vereinheitlichtes Interface

Ein weiterer Bereich, in dem es mit Sicherheit Neuerungen gibt, ist das Interface. Sinofsky hat für diese Aufgabe mit Julie Larson-Green eine bewährte Mitarbeiterin aus der Office-Abteilung mitgebracht. Sie zeichnete für die Neugestaltung der Office-2007-Oberfläche verantwortlich.

Dass Windows ähnlich radikal umgestaltet wird, ist aber unwahrscheinlich. Experimente wie der Dauerbrenner 3D-Desktop wird man im Vista-Nachfolger wohl vergeblich suchen.

Zu erwarten ist allerdings, dass Microsoft damit beginnt, das mit Vista entstandene Chaos aus alten und neuen Bedienelementen zu beseitigen. Die Defizite liegen vor allem in der Systemsteuerung, wo man von zahlreichen Icons und Dialogboxen aus mehreren Windows-Jahrzenten förmlich erschlagen wird.

Ob dabei ein so elegantes System wie Mac OS X entsteht, muss sich erst zeigen. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Sinofsky und Larson-Green haben allerdings in Office gezeigt, dass sie durchaus fähig und willens sind, alte Zöpfe abzuschneiden.

Engere Anbindung an Windows Live

Microsoft hat bereits anklingen lassen, dass es Windows künftig enger mit Windows Live verknüpfen will. Anfänge sind gemacht: So trägt beispielsweise der Nachfolger der Windows-Fotogalerie den Namen Windows-Live-Fotogalerie und bietet direkten Zugang zu Windows Live Spaces. Auch der E-Mail-Client Windows Mail hat bereits mit Windows Live Mail ein Update aus der Online-Abteilung des Hauses erhalten.

Für die Zukunft sind weitere Annäherungen zu erwarten: Ähnlich wie Apples .Mac könnte Windows Live für einen komfortablen Abgleich persönlicher Einstellungen auf mehreren Rechnern sorgen. Eine erste Vorabversion von Windows 7 zeigt beispielsweise die Option, Internet-Explorer-Favoriten mit einer Windows Live ID zu verknüpfen. Sie stehen dem Anwender dann auf Wunsch an jedem Rechner zur Verfügung. Dieses Konzept wird sicherlich auf andere Komponenten ausgeweitet.

Microsoft hat aus den Kartellverfahren der vergangenen Jahre gelernt und schon bei der Vorstellung von Windows Live angekündigt, Schnittstellen für Konkurrenten offenzulegen. So könnten auch Google oder Yahoo - sofern es bis dahin nicht schon zu Microsoft gehört - solche Dienste anbieten. Ob die Veröffentlichung der Informationen tatsächlich so reibungslos ablaufen wird, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Virtualisierung und Dateisystem

Immer wieder werden in Verbindung mit Windows 7 Virtualisierungsfunktionen genannt. Mit dem Hypervisor Hyper-V, der Mitte des Jahres auf den Markt kommen soll, und Softgrid Application Virtualization verfügt Microsoft inzwischen über wichtige Technologien auf diesem Gebiet.

Virtualisierungsfunktionen könnten dafür genutzt werden, die Kompatibilität zu älteren Anwendungen zu verbessern. Auch wäre es damit möglich, die gegenseitige Beeinflussung installierter Applikationen zu verhindern. Leider hat es Microsoft noch immer nicht geschafft, dieses Problem durch eine saubere Architektur zu verhindern.

Aber auch weitergehende Szenarien sind vorstellbar: So könnte das Media Center in eine separate Partition ausgelagert werden, um unabhängig vom Haupt-OS ausgeführt zu werden. Die Medienwiedergabe wäre damit von Neustarts oder Abstürzen nicht beeinträchtigt - eine ideale Basis für den Medienserver fürs ganze Haus. Die Leistung der Hardware dürfte bis zum Erscheinen von Windows 7 kein Hindernis mehr sein.

Ob Microsoft ein Revival des datenbankbasierten Dateisystems Win-Fs plant, ist derzeit völlig offen. Es wurde von der Longhorn-Featureliste gestrichen und später ganz eingestellt. Dagegen spricht, dass inzwischen immer mehr Daten im Internet oder lokalen Netzwerk abgespeichert werden. Für Unternehmen hat Microsoft beispielsweise mit Sharepoint eine Plattform im Angebot, die unter anderem die Ablage von Dokumenten ermöglicht. Diese Features mit großem Entwicklungsaufwand als Teil des Dateisystems auf den Desktop zu bringen, ist nicht sinnvoll.

Ausblick

Inzwischen wurde eine erste Vorabversion von Windows 7 gesichtet, die Microsoft-Insider als echt bestätigt haben. Es handelt sich allerdings um ein sehr frühes Release, das kaum Neuerungen enthält.

Indes wird über eine auf 2009 vorverlegte Markteinführung von Windows 7 spekuliert. Dies gilt unter Experten aber als äußert unwahrscheinlich. Es wäre allerdings denkbar, dass Microsoft ein aufgepepptes Windows Vista Service Pack 2 als eigene Version in die Läden stellt. Ein echtes Windows 7, das grundlegende neue Features mitbringt, ist bis dahin jedoch nicht realisierbar.

Microsoft wird sich wohl auch in den kommenden Monaten nicht offiziell zu Windows 7 äußern. Schließlich gilt es jetzt, mit Unterstützung des Service Pack 1 Windows Vista in Unternehmen zum Durchbruch zu verhelfen.

Es könnte aber gut sein, dass die Redmonder im Herbst den Schleier um die nächste Windows-Generation lüften. Dann finden nämlich die Hausmessen Professional Developers Conference und Hardware Engineering Conference statt. Beide wurden schon in der Vergangenheit für größere Ankündigungen genutzt. Zumindest bis dahin wird die Gerüchteküche weiter brodeln.

Vista Service Pack 1 und Windows Server 2008 sind fertig

Sonntag, März 2nd, 2008

Einige Vista-Rechner machen laut Microsoft noch Probleme

Microsoft hat die Entwicklung von Windows Server 2008 und Windows Vista abgeschlossen. Der offizielle Launch des Servers ist für Ende Februar vorgesehen, das Vista-Update soll Mitte März in Windows Update bereitstehen.

Die Redmonder beginnen in Kürze mit der Verteilung des SP1 an OEMs, damit diese ihre PCs von vorneherein mit dem neuesten Softwarestand ausliefern können. Nutzer, die Vista bereits einsetzen, können das Update ab Mitte März per Windows Update oder über die Microsoft-Website beziehen. Wer die automatische Installation von Updates konfiguriert hat, wird Mitte April beliefert. Bislang liegen nur die englische, französische, spanische, deutsche und japanische Sprachversion als RTM vor, die verbleibenden sollen im April erscheinen.

Während des Betatests hat Microsoft Installationsprobleme auf Rechnern festgestellt, die mit Treibern ausgerüstet sind, die nicht entsprechend der Guidelines installiert wurden. Um welche es sich handelt, ist nicht bekannt. Betroffene Maschinen werden zunächst nicht per Windows Update mit dem Service Pack 1 beliefert, sondern vorab mit neuen Treibern. Da das Problem aber nur mit den Treibern selbst, sondern mit dem Setup zusammenhängt, können sie erfahrene Anwender alternativ selbst neu installieren.

Das Service Pack 1 soll Zuverlässigkeit, Sicherheit und Kompatibilität von Windows Vista verbessern. Zwar werden einige Tools wie Bitlocker etwas erweitert, grundlegend neue Funktionen enthält das Update aber nicht. Eine Liste zum Release Candidate 1 zeigt die Neuerungen. Man kann davon ausgehen, dass es bis zur Final kaum Veränderungen geben wird.

Windows Server 2008 wird zusammen mit dem kürzlich fertiggestellten Visual Studio 2008 und SQL Server 2008 am 27. Februar gelauncht - obwohl die Datenbank erst im dritten Quartal fertig wird. Zu den Neuerungen der Server-Software gehören eine rollenbasierte Installation, eine Virtualisierungslösung (nur bestimmte Versionen) sowie Schutzmechanismen für den Netzwerkzugriff.

Quelle: ZDnet